Handwerkskammer für München und Oberbayern

Sommerempfang der HandwerkskammerPeteranderl: „Aus Ankündigungen müssen tatsächliche Veränderungen werden“

1. Juli 2026

Rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien sind beim diesjährigen Sommerempfang der Handwerkskammer für München und Oberbayern zusammengekommen. Präsident Franz Xaver Peteranderl ging in seiner Rede vor den Gästen, darunter Staatskanzlei-Chef Dr. Florian Herrmann, vor allem auf die bereits angestoßenen und noch anstehenden Reformen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik ein: „Aus Ankündigungen müssen tatsächliche Veränderungen werden“, formulierte Peteranderl seine Erwartungen. Als Beispiel nannte der Kammerpräsident die jüngsten Vorschläge der Rentenkommission, die aus Sicht des Handwerks zwar ein tragfähiges Gesamtkonzept ergeben, aber in Details noch angepasst werden müssen – etwa beim Renteneintritt für körperlich fordernde Berufe.

Beim Dauerbrenner Bürokratieabbau lobte Peteranderl die bisher von der Staatsregierung angetriebenen Entlastungen: „700 Einzelmaßnahmen wurden in vier Modernisierungsgesetzen bereits umgesetzt. Ein fünftes Gesetz ist derzeit in Abstimmung. Hinzu kommen neue Modellregionen, in denen Vorschriften und Verfahren auf den Prüfstand gestellt werden sollen.“ Auch auf Bundesebene passiere zwar einiges beim Abbau von Vorschriften – in den Betrieben ist davon aber bisher zu wenig angekommen. „Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer verbringen weiterhin viele Stunden mit Dokumentationspflichten, Nachweisen und Genehmigungsverfahren. Der beste Bürokratieabbau ist nicht die Digitalisierung eines komplizierten Verfahrens. Der beste Bürokratieabbau ist die Reduzierung auf das absolut nötige Minimum“, machte der Kammerpräsident deutlich. Mit Blick auf die Energiewende mahnte Peteranderl verlässliche Förderprogramme und langfristige Entscheidungen an, damit Unternehmen und Kunden solide planen können. Die Energiekosten für die Wirtschaft müssten für alle Bereiche abgesenkt werden. Den Industriestrompreis kritisierte der Kammerpräsident als „wettbewerbsverzerrend“. Peteranderl machte deutlich, dass die Stärke und der Wohlstand Bayerns auf Handwerk und Mittelstand beruhe: „Diese Betriebe sind die Pfeiler unserer Wirtschaft und auch unserer Gesellschaft. Sie investieren vor Ort, bilden unsere Kinder zu leistungsfähigen Fachkräften aus und bieten ihnen attraktive Arbeitsplätze. Und sie zahlen hier ihre Steuern! Wer Handwerk und Mittelstand fördert, stärkt die Stabilität, Resilienz und auch die Leistungsfähigkeit unseres Landes.“ Staatsminister Herrmann kündigte in seiner Rede u.a. weitere Unterstützung für die Wirtschaft beim Bürokratieabbau an.

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