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HandwerkskonjunkturIrankrise bringt auch für Handwerk große Probleme

09. April 2026 – Statement von Präsident Peteranderl

„Die geopolitischen Krisen häufen sich und damit auch die negativen Folgen für das Handwerk. Umso notwendiger sind jetzt eine grundlegend wirtschafts- und handwerksfreundliche Politik und, wenn nötig, auch gezielte Entlastungs- und Unterstützungsmaßnahmen für die besonders betroffenen Betriebe“, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.

Die Auswirkungen des Irankrieges auf die konjunkturelle Entwicklung des deutschen Handwerks sind zurzeit in vollem Umfang noch nicht abzusehen und hängen vor allem von der Dauer und dem Ausgang des Konfliktes ab. Schon jetzt aber sind die Folgen ein erheblicher Anstieg der Öl- und Gaspreise an den Märkten. Auch die Lieferketten zahlreicher Beiprodukte der Öl- und Gasverarbeitung, die in praktisch allen Wirtschaftsbereichen Verwendung finden (Beispiele sind Ausgangsstoffe für Kunstdünger oder Helium) sind bereits gestört. Je länger die Krise andauert, desto stärker und umfassender werden die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und auch auf das deutsche Handwerk sein.

Die Auswirkungen auf das Handwerk sind dabei direkt und indirekt. Stark und womöglich langfristig erhöhte Preise für Öl und Gas werden gerade die Handwerke mit höherem Energieverbrauch unter erheblichen Kostendruck setzen. Ähnliche Auswirkungen werden die Störungen der Lieferketten sowie die Preissteigerungen zahlreicher weiterer Produkte haben, die das Handwerk für seine Produktion benötigt. Zudem werden zahlreiche indirekte Folgen für das Handwerk spürbar werden. Die wieder ansteigende Inflation und die steigende Verunsicherung werden die Verbraucher mit Aufträgen zögern lassen. Genauso besteht die Gefahr, dass durch die gestiegenen (Energie-)Preise und die hohe Verunsicherung die Industrie wieder stärker unter Druck gerät und damit auch die Handwerksbetriebe in ihrer Wertschöpfungskette. Auch der Bau, der deutliche Erholungstendenzen zeigte, kann vor allem durch steigende Kosten für Material sowie Lieferprobleme wieder einen Rückschlag erleiden.

Die deutsche oder auch die europäische Politik können gegen diese geopolitischen Verwerfungen direkt wenig ausrichten. Umso notwendiger ist deshalb aber, dass Deutschland und Europa sich und ihre Wirtschaft durch eine konsequent wirtschafts- und mittelstandsfreundliche Politik resilienter gegen solche externen Schocks machen und dass, falls es notwendig werden sollte, gezielte Entlastungsmaßnahmen gerade für Mittelstands- und Handwerksbetriebe bereitgehalten werden.





 

Robert Fleschütz

Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik, Statistik

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