BHT zum Reformpaket der BundesregierungPeteranderl: "Der Reduzierung der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen stimmen wir mit Bauchschmerzen zu"
2. Juli 2026
Der Bayerische Handwerkstag (BHT) findet im Reformpaket der Bundesregierung wichtige Punkte, um die Binnenkonjunktur anzukurbeln, Bürokratie abzubauen und den Arbeitsmarkt flexibler zu gestalten. „Höhere Freibeträge, mehr Kindergeld sowie Entlastungen beim Einkommensteuertarif dürften sich konsumsteigernd auswirken. Davon würden viele unserer Betriebe profitieren. Der Verzicht auf eine Erhöhung der Erbschaftsteuer bringt Planungssicherheit“, betont BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl. Gleichwohl fehle aber eine steuerliche Entlastung für Personenunternehmen im Reformpaket, kritisiert Peteranderl: „Während Kapitalgesellschaften über das Investitionssofortprogramm eine steuerliche Entlastung erhalten haben, warten wir noch immer auf eine gleichwertige Entlastung für Personenunternehmen, insbesondere für nicht thesaurierende Betriebe. Hier muss im Sinne von Handwerk und Mittelstand nachgebessert werden, indem z.B. der Soli komplett gestrichen wird.“ Der Reduzierung der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen auf 900,- Euro stimme man mit Bauchschmerzen zu, erklärt der BHT-Präsident und macht zugleich deutlich, dass die Steuerermäßigung einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Schwarzarbeit leistet, sich auf der Einnahmenseite des Staates bemerkbar macht und private Haushalte vor allem im unteren und mittleren Einkommensbereich zielgerichtet entlastet.
Die ‚Berichtspflichten-Bremse‘ sowie den Abbau von Dokumentationspflichten durch konsequente Beweislastumkehr bewertet Peteranderl als „guten ersten Schritt, um den ‚Bürokratiedschungel‘ etwas zu lichten: Je weniger Zeit unsere Handwerkerinnen und Handwerker im Büro verbringen, desto mehr Zeit bleibt ihnen für die Arbeit in der Werkstatt und beim Kunden.“ Flexiblere Befristungsregeln bei Beschäftigungsverhältnissen, die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung sowie längere Sonntagsöffnungszeiten für Bäckereien und Konditoreien setzen Akzente im Sinne der Handwerksunternehmen. Dagegen fordert das bayerische Handwerk weiterhin die im Koalitionsvertrag angekündigte Flexibilisierung der Arbeitszeit. „Die Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit würde unseren Betrieben mehr Luft bei der Einteilung ihrer Beschäftigten verschaffen“, macht der BHT-Präsident deutlich.