Bayerischer Handwerkstag (BHT) zum TariftreuegesetzPeteranderl: "Darf nicht zu Nachteilen im Wettbewerb um staatliche Aufträge führen"
26. Februar 2026
Der Bayerische Handwerkstag (BHT) beurteilt die Einigung zum Bundestariftreuegesetz zwischen Union und SPD kritisch. „Wir sehen auf Länderebene, dass die Tarifbindung nicht einfach durch die Einführung eines Tariftreuegesetzes erhöht werden kann“, betont BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl. Vielmehr könnte die Bundesregierung das Gegenteil dessen erreichen, was sie mit ihrer Wachstumsinitiative bezweckt – nämlich, die Standortbedingungen in Deutschland zu verbessern und die Wirtschaft anzukurbeln. Für viele kleine und mittlere Handwerksbetriebe bringe das Gesetz vor allem weitere Bürokratie und zusätzliche Kosten, sagt Peteranderl.
Kritik übt der BHT außerdem am faktischen Ausschluss von Unternehmen, die im Rahmen der zum Schutz von Arbeitnehmern geltenden Gesetze am Markt agieren, sich aber keinem Tarifvertrag unterwerfen wollen. Der BHT-Präsident fordert: „Die negative Koalitionsfreiheit, d.h. die unternehmerische Entscheidung, keinem Tarifvertrag beizutreten oder einen solchen anzuwenden, darf nicht zu Nachteilen im Wettbewerb um staatliche Aufträge führen.“