Beim Tag des Handwerks: Prof. Dr. Frank Ebinger, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl, die Unternehmerinnen Anna Meusert und Sabine Koch, Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Thomas Pirner, MdL, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken und Moderator Markus Othmer (v.l.n.r.).
Bayerischer „Tag des Handwerks“ in AnsbachPeteranderl: "Betriebe bieten attraktive Arbeitsplätze, investieren in den Regionen und bilden unsere Kinder aus"
10. Juli 2026
Der „Tag des Handwerks“, den der Bayerische Handwerkstag (BHT) und das Bayerische Wirtschaftsministerium gemeinsam veranstalten, stand in diesem Jahr unter dem Motto „Zukunftsfähigkeit“ und fand vor rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Orangerie in Ansbach statt.
„Die Weltpolitik können wir in Bayern und auch in Deutschland nur begrenzt beeinflussen. Umso wichtiger ist es, dass wir die Herausforderungen, vor denen unser Land steht, zielgerichtet angehen. Die sozialen Sicherungssysteme müssen zukunftsfest aufgestellt, die Infrastruktur erneuert, die Energiewende vorangetrieben, das Steuersystem reformiert und in großem Stil Bürokratie abgebaut werden“, betonte BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl. Das Rückbesinnen auf die eigenen Stärken helfe dabei, in einer scheinbar aus den Fugen geratenen Welt Kurs zu halten, so der BHT-Präsident weiter: „Das Handwerk ist ein Stabilitätsanker der Wirtschaft. Unsere Betriebe bieten attraktive Arbeitsplätze, investieren in den Regionen und bilden unsere Kinder zu kompetenten Fachkräften aus. Das Handwerk steht für Qualität und Nachhaltigkeit.“
Aktuell sind in Bayern rund 30.000 offene Stellen mit starkem Handwerksbezug bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Allein im Bereich Elektrotechnik und SHK sind ca. 7.500 Stellen zu besetzen. „Deshalb ist es von größter Bedeutung, dass die Handwerkskammern gemeinsam mit den Innungen, Verbänden, Berufsschulen und handwerklichen Bildungsstätten ihren Auftrag für Aus- und Weiterbildung erfüllen können. Bauliche Bedarfe, die Anpassungen an neue Berufsbilder und neue Technologien erfordern einen hohen Finanzaufwand. Jeder Euro an Fördermitteln, der in die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) sowie die Bildungsstätten des Handwerks fließt, ist bestens investiert, um junge Leute zu den Fachkräften aus- und weiterzubilden, die unser Land dringend braucht“, versicherte Peteranderl.
Die Auszubildenden von heute werden zu Fachkräften von morgen und zu Gründern von übermorgen. Der BHT-Präsident: „Werte schaffen ist nur möglich, wenn Menschen Verantwortung übernehmen, sich selbstständig machen oder einen bestehenden Betrieb weiterführen. In Bayern stehen in den kommenden fünf Jahren fast 35.000 Handwerksunternehmen zur Übergabe an. Dabei erweist sich die Suche nach einem Nachfolger oft als schwierig. Das ist eine große Herausforderung für unseren Wirtschaftsbereich, denn hinter 35.000 Unternehmerinnen und Unternehmern stehen Beschäftigte, Auszubildende und teils ganze Familien. Die Landespolitik und die Handwerksorganisation müssen alles dafür tun, damit diese Betriebe auch in Zukunft erfolgreich weitergeführt werden können.“
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärte: „Das Handwerk ist eine der zentralen Säulen der bayerischen Wirtschaftskraft. Deshalb ist die Unternehmensnachfolge im Handwerk eine der entscheidenden wirtschaftspolitischen Aufgaben der kommenden Jahre. Tausende Betriebe suchen einen Nachfolger. Jeder erfolgreich übergebene Handwerksbetrieb sichert Arbeitsplätze, Know-how und regionale Wertschöpfung. Wir müssen Übernehmer besser unterstützen – mit weniger Bürokratie, guten Finanzierungsbedingungen und einer stärkeren Wertschätzung. Wer einen bestehenden Betrieb fortführt, übernimmt Verantwortung für unsere Heimat und verdient dafür die bestmöglichen Rahmenbedingungen.“ Thomas Pirner, MdL, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, machte in seinem Schlusswort deutlich: „Zukunftsfähigkeit ist für uns im Handwerk kein abstraktes Konzept. Sie ist eine Haltung, die sich nicht irgendwann und irgendwo entscheidet, sondern ganz konkret im Alltag unserer Betriebe. Das Handwerk ist zukunftsfest, weil es gebraucht wird, sich weiterentwickelt und weil es jeden Tag Werte schafft.“