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BHT sieht korrigierte Wachstumsprognosen mit Sorge

PK Konjunktur Oktober 2019
Peteranderl: "Das Handwerk wird sich dem nicht auf ewig entziehen können"

29. Oktober 2019

„Das Handwerk wird sich den nach unten korrigierten Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft nicht auf ewig entziehen können“, betonte Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), bei der Vorstellung der neuesten Konjunkturzahlen, „da wir der gesamtwirtschaftlichen konjunkturellen Entwicklung aber etwas zeitverzögert folgen, bleiben die kurzfristigen Aussichten für das Handwerk vorerst positiv.“

Im 3. Quartal 2019 beurteilten 60 Prozent der Befragten im bayerischen Handwerk ihre Lage als gut, weitere 32 Prozent als befriedigend. Im Vorjahresvergleich ergibt dies insgesamt ein Minus von zwei Prozentpunkten. Zum ersten Mal seit fünf Jahren stagnierten die Auftragsbestände in einem 3. Quartal. Im Durchschnitt ergibt sich ein Auftragsbestand von 9,6 Wochen, der 0,1 Wochen unter dem Vergleichswert des Vorjahres liegt. Die Auslastung blieb mit im Schnitt 83 Prozentpunkten einen Punkt unter dem Wert von 2018. Peteranderl: „Der im langjährigen Vergleich äußerst hohe Wert belegt die nach wie vor gute Gesamtlage des Handwerks.“

Umsatzplus von nominal vier Prozent für 2019 erwartet

Für den Berichtszeitraum erwartet der BHT für das bayerische Handwerk einen Umsatz von ca. 32,2 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich ist das ein nominales Plus von 4,5 Prozent. Zieht man die Preissteigerung von derzeit gut drei Prozent ab, verbleibt im Durchschnitt ein reales Umsatzplus von etwa 1,3 Prozent. Ende September waren etwa 968.500 Personen im bayerischen Handwerk tätig, 0,7 Prozent oder knapp 7.000 mehr als im September 2018. Besonders erfreulich entwickelte sich im Berichtszeitraum die Investitionstätigkeit: Der Anteil der investierenden Betriebe erreichte 40 Prozent und lag um sieben Punkte deutlich über dem Vorjahreswert. Nach BHT-Schätzung wurde zwischen Juli und September im bayerischen Handwerk etwas über eine Milliarde Euro für Investitionsgüter ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Plus von knapp acht Prozent. Die Zahl der Handwerksbetriebe in Bayern stieg um 0,3 Prozent auf 203.500.

89 Prozent der Befragten rechnen mit einer guten oder gleichbleibenden Entwicklung bis zum Jahresabschluss (-4 Punkte im Vorjahresvergleich). Für das Gesamtjahr ist im bayerischen Handwerk ein Umsatzplus von nominal gut vier Prozent zu erwarten. Die Zahl der Beschäftigten dürfte um 0,9 Prozent zulegen, die Investitionen um rund sechs Prozent wachsen.

BHT fordert von EU ausgewogene und sachgerechte Mittelstandsstrategie

„Der BHT fordert von der EU eine ausgewogene und sachgerechte Mittelstandsstrategie, die nicht nur große Mittelständler und Tech-Start-ups in den Fokus nimmt, sondern auch die Belange der Handwerksbetriebe berücksichtigt“, sagte Peteranderl mit Blick auf das Arbeitsprogramm der neuen EU-Kommission unter Ursula von der Leyen. Die EU-Klimapolitik sollte die deutschen klimapolitischen Entscheidungen nicht konterkarieren oder gar verschärfen. Die Finanz- und Sozialpolitik der EU darf, z.B. mit einem einheitlichen Einlagensicherungsfonds bei Banken oder einer einheitlichen europäischen Arbeitslosenversicherung, nicht auf dem Rücken der deutschen Bankkunden und Sozialversicherungsbeitragszahler ausgetragen werden. Weiter dürfen die zahlreichen Vorhaben zum Verbraucherschutz oder zur Regelung des Arbeitsmarktes nicht zu erheblichen finanziellen und bürokratischen Mehrbelastungen für die Handwerksunternehmen führen.

Den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Gewerken lobte Peteranderl als „klares Bekenntnis für mehr Verbraucherschutz und für ein starkes Handwerk.“ Im Zuge der Novelle der Handwerksordnung war 2004 in 53 Gewerken die Meisterpflicht abgeschafft worden. Das Handwerk hatte die Pläne der damaligen Rot-Grünen Bundesregierung von Anfang an scharf kritisiert. Der BHT-Präsident: „In einigen der sogenannten ‚zulassungsfreien Berufe‘ ist seitdem die Zahl der Fachkräfte und Auszubildenden teilweise deutlich zurückgegangen. Betriebe sind schneller vom Markt verschwunden, als in Berufen mit Meisterpflicht. Dies hat sich auch negativ auf Gewährleistung und Verbraucherschutz ausgewirkt.“

Beitrag von Alexander Tauscher zur Handwerkskonjunktur:

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