BHT- und ifo-Symposium zur Fachkräfteentwicklung - Traublinger: "Handwerk vor gewaltigen Herausforderungen"
24. Februar 2011
Hochkarätige Vertreter aus Handwerk, Politik und Wissenschaft waren zum gemeinsamen Symposium des Bayerischen Handwerkstages und des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung zum Thema "Demographie und Fachkräfteentwicklung – Konsequenzen für Bildung und Handwerk" in die Handwerkskammer für München und Oberbayern gekommen.

In Bayern wird der Anteil der 19 bis 60-jährigen von heute mehr als 56 Prozent auf ca. 50 Prozent im Jahr 2029 sinken. Ebenso ergeben sich durch den Rückgang bei den Schulabgängern Probleme bei der Rekrutierung des Berufsnachwuchses. "Damit unsere Wirtschaft auch künftig über genügend Fachkräfte verfügt, bedarf es eines Bündels an Maßnahmen", betonte Traublinger. Neben einer gesteuerten Zuwanderung gelte es insbesondere die Potenziale in Deutschland optimal auszuschöpfen, so der BHT-Präsident weiter.
So werde z. B. durch eine Verlängerung der Jahresarbeitszeit um acht Stunden grob geschätzt der gleiche Effekt erzielt, wie durch eine Zuwanderung von ca. 180.000 Personen. Traublinger: "Ein ganz wichtiger Ansatz, um die Fachkräfteversorgung sicherzustellen, ist die Qualifikation des Nachwuchses. Möglichst alle Jugendlichen müssen einen Beruf erlernen. Und auf die Herausforderungen des Berufslebens müssen die Schulen die Jugendlichen bestmöglich vorbereiten, indem sie den Unterricht stärker auf das Arbeitsleben ausrichten."

"Dieses Konzept ermöglicht die notwendige Flexibilisierung, hält aber gleichzeitig an den Grundsäulen des deutschen Ausbildungssystems – dem Berufsprinzip, dem dualen System der Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, der öffentlich-rechtlichen Prüfung sowie einem Vertrag über die gesamte Ausbildungsdauer – fest", sagte der BHT-Präsident.