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Das bayerische Handwerk verzeichnet im Jahr 2005 wiederum
Rückgänge bei Umsätzen und Beschäftigung. Zum Jahresende und
mit Blick auf 2006 erwarten die Betriebe aber eine leichte
Besserung. Vor diesem Hintergrund wies der Präsident des
Bayerischen Handwerkstages, Heinrich Traublinger, MdL, bei der
Jahresmitgliederversammlung in Passau am 20. Oktober darauf hin,
dass das bayerische Handwerk von der neuen Bundesregierung eine
wachstumsorientierte Politik erwartet, die diese
Besserungstendenzen verstärkt.
"Große Hoffnungen", so Traublinger, "setzen
wir dabei auf die Tatsache, dass Ministerpräsident Edmund
Stoiber der neue Minister für Wirtschaft und Technologie
wird". Mit ihm ziehe ein Mann in das Wirtschaftsministerium
ein, der schon in Bayern seine wirtschaftspolitische Kompetenz
und sein Verständnis für die Belange von Handwerk und
Mittelstand erfolgreich unter Beweis gestellt habe.
Das Handwerk bekräftige aus diesem Anlass seine
Reformvorschläge:
- Abbau der betrieblichen Erbschaftsteuer bei der Fortführung
eines Betriebes,
- Entbürokratisierung durch Einführung von
Kleinbetriebsregelungen in allen geeigneten Gesetzen und
Vorschriften,
- Einführung der Ist-Besteuerung im Rahmen der Mehrwertsteuer
bis zu einer Umsatzgröße von 1 Million ¿. Sie bewirkt, dass
der steuerpflichtige Betrieb die Mehrwertsteuer nicht schon bei
Leistungserstellung, sondern erst bei Bezahlung der Rechnung
für eine Leistung abführen muss.
Daneben verwies Traublinger auf die Notwendigkeit, zur
Sicherung eines fairen Leistungswettbewerbes die Bekämpfung
aller Formen der Schwarzarbeit zu verstärken und bei den 53
Handwerksberufen, die 2004 zulassungsfrei geworden sind, eine
Mindestqualifikation, am bestem auf dem Niveau des
Gesellenbriefes, einzuführen.
Der Präsident des Bayerischen Handwerkstages ging in Passau
auch auf Ausbildungshindernisse ein, wobei er auf Basis von
Ergebnissen einer Umfrage die hohen Kosten der Ausbildung, die
mangelnde Motivation der Jugendlichen und nicht zuletzt die zu
großen Bildungslücken der Lehrstellenbewerber nannte.
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