Die Stimmung im bayerischen Handwerk hat sich zur Jahresmitte
deutlich gebessert. 64 Prozent der Betriebsinhaber bewerteten
ihre aktuelle Geschäftssituation als gut oder befriedigend, das
waren drei Prozentpunkte mehr als vor Jahresfrist. Der
Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT) Heinrich
Traublinger, MdL, führt dies auf die Aussicht auf die
vorgezogenen Bundestagswahlen zurück. „Das Handwerk erwartet,
dass nach der Bundestagswahl etwas passiert. Das Steuersystem
muss mittelstandsfreundlicher und die Sozialsysteme müssen
zukunftsfähig gestaltet werden, der Arbeitsmarkt muss flexibler
und die Bürokratie abgebaut werden,“ so Traublinger.
Am deutlichsten ging das Stimmungsbarometer in den
Nahrungsmittelhandwerken nach oben – wohl deshalb, weil sie
ihre Marktposition einigermaßen stabilisieren konnten, nach
Jahren zum Teil empfindlicher Einbußen. Auch das
Kraftfahrzeuggewerbe zeigte sich zufriedener als ein Jahr zuvor.
Andererseits meldete das Gesundheitshandwerk aufgrund der
Sonderentwicklung wegen der
Gesundheitsreform eine drastische Verschlechterung der
wirtschaftlichen
Lage.
Obwohl die Umsätze im bayerischen Handwerk seit April wieder
etwas Fahrt aufgenommen haben, lagen sie mit 38,4 Milliarden
Euro um 1,5 Milliarden unter denen des ersten Halbjahres 2004.
Gestiegene Einkaufspreise konnten nicht auf die Verkaufspreise
umgelegt werden. Leider ist auch der langfristige Abwärtstrend
bei der Zahl der Beschäftigten noch nicht zum Stillstand
gekommen: Zur Jahresmitte beschäftigte das bayerische Handwerk
870 000 Personen, 20 000 bzw. 2,5 Prozent weniger als vor einem
Jahr.