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Pressemitteilungen des bayerischen Handwerks

Pressemitteilung vom 15.7.2005

Regierungsprogramm der Union:
Erfolgversprechender Ansatz mit Schönheitsfehlern

„Das Regierungsprogramm der CDU/CSU für die hoffentlich im September stattfindende Bundestagswahl enthält eine Reihe von richtigen Ansätzen, die Deutschland aus der Arbeitsmarktmisere und damit auf mittlere Sicht auch aus der Konjunkturschwäche herausführen können“, so der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT) Heinrich Traublinger, MdL. Vor allem mit der geplanten Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt und der Senkung der Lohnzusatzkosten folgten die Unionsparteien lange erhobenen Forderungen des Handwerks.

Insbesondere die vorgesehene Aussetzung des Kündigungsschutzes bei Neueinstellungen in Betrieben mit bis zu 20 Beschäftigten erleichtert es den Betrieben, Personal flexibel und in Abhängigkeit von der Auftragslage einzustellen. Ebenso positiv wirkt sich die Möglichkeit einer mehrmaligen befristeten Beschäftigung des selben Arbeitnehmers aus. „Das Absenken der Lohnzusatzkosten, wie die beabsichtigte Beitragssenkung der Arbeitslosenversicherung von 6,5 auf 4,5 Prozent, ist der richtige Ansatz, um die Arbeit in unserem Land wieder bezahlbar zu machen“, so der BHT-Präsident.

Allerdings dürfe es bei der Reform der Sozialversicherungssysteme nicht nur darum gehen, Beiträge zu senken und dann das fehlende Geld durch Steuermittel zu ersetzen. Notwendig ist, so Traublinger, vorher echte Strukturreformen durchzuführen, vor allem auf der Ausgabenseite. Ein Beispiel dafür ist die Konzentration der Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit auf die Vermittlung von Arbeit. Auch in der Steuerpolitik weist das Unions-Programm in die richtige Richtung. Traublinger: „Die Absenkung des Eingangs- und des Spitzensteuersatzes in der Einkommensteuer sind wichtige Elemente, um der Konjunktur Impulse zu geben.“ Das bayerische
Handwerk begrüßt vor allem die Absicht, die Erbschaftsteuer auf Betriebsvermögen so zu gestalten, dass bei zehnjähriger Weiterführung des Betriebes die Steuerschuld erlischt. Dadurch können viele mittelständische Existenzen erhalten werden. Die geplante Anhebung der Ist-Besteuerung auf eine Million Euro, d.h. die Mehrwertsteuer für den Unternehmer wird fällig bei Bezahlung der Rechnung und nicht schon bei der Rechnungsstellung, hilft den Unternehmen Liquiditätsengpässe zu vermeiden Äußerst kritisch sieht das Handwerk allerdings die Absicht der Unionsparteien, die Mehrwertsteuer von 16 auf 18 Prozent zu erhöhen.
Eine höhere Mehrwertsteuer zieht höhere Preise nach sich, die wiederum den Konsum weiter eindämmen. Davon wäre das Handwerk neben dem Handel besonders betroffen. „Die Erhöhung der Mehrwertsteuer ist Gift für die Konjunktur,“ so Traublinger. Zudem steht ein erneutes Anwachsen der Schwarzarbeit zu befürchten. Nicht einverstanden sein kann das Handwerk auch mit der ersatzlosen Abschaffung der Eigenheimzulage sowie dem Abbau der Steuerfreiheit von Sonntags- und Nachtzuschlägen. Beide Maßnahmen würden zu zusätzlichen Belastungen für das Handwerk führen, das sich ohnehin in einer äußerst schwierigen wirtschaftlichen Lage befindet.

Positiv beurteilt man beim bayerischen Handwerk dagegen die Absicht, „alle arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen auf den Prüfstand“ zu stellen. Dadurch können teure und für das Handwerk als staatlich geförderte Konkurrenz wirkende Arbeitsformen, wie etwa die Ich-AGs oder Ein-Euro-Jobs eingegrenzt werden. BHT-Präsident Traublinger: „Nur eine langfristig wirkende Wachstumspolitik kann letztlich zur Besserung auf dem Arbeitsmarkt führen. Das Unions-Programm enthält dafür durchaus positive Ansätze.“

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