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Pressemitteilungen des bayerischen Handwerks

Pressemitteilung vom 16.6.2005

Vorgezogene Sozialversicherungsbeiträge
Wirksame Reformen statt buchhalterischer Tricks

Der Bayerische Handwerkstag (BHT) sieht in dem Vorhaben der Bundesregierung, die Sozialversicherungsbeiträge für die Betriebe direkt am Ende jeden Monats einzuziehen, keinen konstruktiven Ansatz zur Lösung der Probleme der Sozialversicherungen, sondern eine erneute finanzielle und bürokratische Belastung der Wirtschaft. Es gibt keine sachliche Rechtfertigung, das bisherige Vorgehen, diese Beiträge am 15. des Folgemonats zu zahlen, aufzugeben. Die Bundesregierung will über ihren Gesetzentwurf Mehreinnahmen bei den Versicherungsträgern erreichen. Für die Betriebe bedeutet diese Umstellung aber mehr Bürokratie und Kosten.
Im Januar 2006 wäre sogar eine Doppelbelastung fällig, nämlich einerseits durch die Sozialversicherungsbeträge für Dezember nach altem Recht und andererseits durch die Beiträge für Januar nach neuem Recht. Experten schätzen die Zusatzbelastung für die Betriebe auf bis zu 400 Millionen Euro. BHT-Präsident Heinrich Traublinger, MdL: „Das ist genau die Art von Gesetzen, mit denen jegliche Aufschwungshoffnung erstickt wird.“

Das Gesetz ist zwar nicht zustimmungspflichtig durch den Bundesrat.
Gleichwohl könnte dessen Unions-Mehrheit den Vermittlungsausschuss anrufen. Da die gegenwärtige Wahlperiode vermutlich im September zu Ende geht, würde dies mit großer Wahrscheinlichkeit das „Aus“ für dieses Gesetz bedeuten. Der Bayerische Handwerkstag erwartet, dass die Mehrheit des Bundesrates, die sich zu Recht immer wieder für eine Entlastung der Betriebe ausspricht, diese Chance nutzt.

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