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Pressemitteilungen des bayerischen Handwerks

Pressemitteilung vom 27.5.2005

Konjunktur im bayerischen Handwerk: 
Schwacher Start ins Jahr 2005

Das bayerische Handwerk ist in das Jahr 2005 sehr verhalten gestartet. Wie dem jüngsten Konjunkturbericht des Bayerischen Handwerkstages zu entnehmen ist, haben dabei sowohl die allgemeine Konjunkturschwäche wie auch der strenge Winter als Ursache eine Rolle gespielt. Gegenüber dem ersten Quartal 2004 ist in der Zeit von Januar bis einschließlich März dieses Jahres der Geschäftsklimaindex leicht abgesunken. Am Quartalsende beurteilten 51 Prozent der Betriebe die seinerzeitige Geschäftssituation als gut oder befriedigend, 49 Prozent gaben ein negatives Urteil ab.

Die Erwartungen für das laufende Quartal sind ebenfalls gedämpft, denn die schwache binnenwirtschaftliche Entwicklung, insbesondere eine weiter schrumpfende Bauproduktion, die sich verschärfende Konkurrenzsituation durch Unternehmen aus den neuen EU-Staaten sowie eine gewisse Skepsis der Zulieferer drücken auf die Stimmung. Lediglich im Nahrungsmittelhandwerk rechnet man mit der Fortsetzung des eingeschlagenen Stabilisierungskurses.

Die Konjunkturschwäche im ersten Quartal führte dazu, dass fünf von sieben Handwerksgruppen eine Eintrübung ihrer Geschäftslage registrierten. Ergebnis: Die Beschäftigtenzahl im bayerischen Handwerk ging Ende März 2005 um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 845 000 Personen zurück. Am stärksten ausgeprägt war dieser Rückgang im Baugewerbe, wo schwache Konjunktur und strenger Winter zusammenfielen. In anderen Handwerksbereichen hielt sich die Beschäftigungsabnahme in engen Grenzen.

Die Betriebsauslastung ging im ersten Quartal dieses Jahres im 12-Monatsvergleich um zwei Prozentpunkte auf 64 Prozent zurück. Im Bauhauptgewerbe war auch hier der Rückgang am stärksten, das Nahrungsmittelgewerbe konnte einen leichten Anstieg des Auslastungsgrades registrieren.

Eine ähnliche Entwicklung ist bei der Auftragslage zu registrieren. Die Auftragsreichweite lag Ende März 2005 bei 4,8 Wochen, eine halbe Woche unter dem Wert des entsprechenden Vorjahresstandes. Geringe Neubautätigkeit, Verdrängungswettbewerb durch subventionierte Ich-AGs, 1-Euro-Jobs und osteuropäische Anbieter sind ursächlich für diesen Rückgang. Ein Spezialfall sind die Zahntechniker: Die seit Jahresbeginn 2005 gültige Festzuschuss-Regelung für Zahnersatz hat zu einem deutlichen Auftragseinbruch geführt.

Während die Einkaufspreise teilweise seit Jahresbeginn fühlbar angezogen haben, hält der Druck auf die Absatzpreise der Handwerker weiter an. In der Summe führen beide Entwicklungen zu einer schlechteren Ertragssituation der Handwerksbetriebe. Die Investitionsneigung hat sich nach einer leichten Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2004 wieder etwas verringert. Da die gesamtwirtschaftliche Belebung im Inland langsamer vorankommt als erwartet, stellen die Betriebsinhaber größere Investitionsmaßnahmen auch wieder zurück. Die verengten finanziellen Spielräume aufgrund einer schmalen Eigenkapitalbasis und angespannter Ertragslage tun ein Übriges.

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