zur Homepage
Pressemitteilungen des bayerischen Handwerks

Pressemitteilung vom 10.2.2005

Elster - Elektronische Steuerdaten-Übermittlung:
Handwerk mahnt Verbesserungen an

Die Klagen von Firmen über Elster häufen sich: Seit diesem Jahr sind Arbeitgeber und Unternehmer grundsätzlich verpflichtet, Lohnsteuerbescheinigungen, Lohnsteuer-Anmeldungen und Umsatzsteuer-Voranmeldungen elektronisch beim Finanzamt einzureichen.

Doch der Haken ist: Was der Gesetzgeber vorgeschrieben hat, ist vielen Firmen technisch überhaupt nicht möglich, weil die Datenübermittlung per Elster im Rahmen der gängigen Sicherheitssysteme, die gegen unbefugtes Eindringen in Firmennetzwerke erforderlich sind, schlichtweg nicht funktioniert. Denn unverständlicherweise werden von der staatlicherseits zur Verfügung gestellten Elster-Software nicht die Standardports für verschlüsselten Internettransfer verwendet, wie etwa bei Online-Shopping.

"Der Rat der Finanzverwaltung, das firmeneigene Sicherheitssystem im Datenverkehr mit der Finanzverwaltung auszuschalten, muss vor dem Hintergrund der wachsenden Computerpiraterie als schlechter Witz bezeichnet werden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Handwerkstags, Bernd Lenze. Es sei keinem Betrieb zuzumuten, sein Firmennetzwerk unsicherer zu machen, damit Mängel des Elster-Systems überdeckt werden.

Am gefährlichsten sehe er die Tatsache, dass beim Elster-Verfahren keinerlei Authentifizierung des Absenders erfolge: Mit der bloßen Kenntnis einer Steuernummer könne jedermann falsche Daten an die Finanzbehörden übermitteln, ohne dass eine Überprüfung der Richtigkeit des Absenders erfolge. Lenze empfindet es schlichtweg als einen "Skandal, dass der Bundesgesetzgeber hier ähnlich wie bei Toll Collect den Betrieben elektronische Systeme vorschreibt, ohne ihre Funktionsfähigkeit vorher genauestens etwa durch Planspiele sichergestellt zu haben".

Da sei schlichtweg erneut geschlampt worden. Der Bayerische Handwerkstag mahnt daher Verbesserungen des Systems an und fordert, die Verpflichtung für die Betriebe zu elektronischen Steuererklärungen so lange auszusetzen, bis alle Schwierigkeiten behoben sind. "Steuerdaten sind viel zu empfindlich, um sie als Trainingswiese für e-Gouvernement zu missbrauchen," so Lenze.

> zur Übersicht

Pressemitteilung als PDF-Datei

Hier bekommen Sie den Acrobat Reader

 

nach oben ^