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Die Klagen von Firmen über Elster häufen sich: Seit diesem
Jahr sind Arbeitgeber und Unternehmer grundsätzlich
verpflichtet, Lohnsteuerbescheinigungen, Lohnsteuer-Anmeldungen
und Umsatzsteuer-Voranmeldungen elektronisch beim Finanzamt
einzureichen.
Doch der Haken ist: Was der Gesetzgeber
vorgeschrieben hat, ist vielen Firmen technisch überhaupt nicht
möglich, weil die Datenübermittlung per Elster im Rahmen der
gängigen Sicherheitssysteme, die gegen unbefugtes Eindringen in
Firmennetzwerke erforderlich sind, schlichtweg nicht
funktioniert. Denn unverständlicherweise werden von der
staatlicherseits zur Verfügung gestellten Elster-Software nicht
die Standardports für verschlüsselten Internettransfer
verwendet, wie etwa bei Online-Shopping.
"Der Rat der Finanzverwaltung, das firmeneigene
Sicherheitssystem im Datenverkehr mit der Finanzverwaltung
auszuschalten, muss vor dem Hintergrund der wachsenden
Computerpiraterie als schlechter Witz bezeichnet werden",
sagte der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Handwerkstags,
Bernd Lenze. Es sei keinem Betrieb zuzumuten, sein
Firmennetzwerk unsicherer zu machen, damit Mängel des
Elster-Systems überdeckt werden.
Am gefährlichsten sehe er die
Tatsache, dass beim Elster-Verfahren keinerlei Authentifizierung
des Absenders erfolge: Mit der bloßen Kenntnis einer
Steuernummer könne jedermann falsche Daten an die
Finanzbehörden übermitteln, ohne dass eine Überprüfung der
Richtigkeit des Absenders erfolge. Lenze empfindet es
schlichtweg als einen "Skandal, dass der Bundesgesetzgeber
hier ähnlich wie bei Toll Collect den Betrieben elektronische
Systeme vorschreibt, ohne ihre Funktionsfähigkeit vorher
genauestens etwa durch Planspiele sichergestellt zu haben".
Da sei schlichtweg erneut geschlampt worden. Der Bayerische
Handwerkstag mahnt daher Verbesserungen des Systems an und
fordert, die Verpflichtung für die Betriebe zu elektronischen
Steuererklärungen so lange auszusetzen, bis alle
Schwierigkeiten behoben sind. "Steuerdaten sind viel zu
empfindlich, um sie als Trainingswiese für e-Gouvernement zu
missbrauchen," so Lenze.
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