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Tag des Handwerks in Nürnberg 2010

TagdesHandwerks2010

Tag des Handwerks in Nürnberg
Die Zukunft des Handwerks liegt in den Händen seines qualifizierten Nachwuchses

 
Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil lobte beim Tag des Handwerks in Nürnberg die Leistungen der Branche: "Die rund 190.000 Handwerksbetriebe in Bayern haben sich in der Wirtschaftskrise als wertvoller Stabilitätsanker erwiesen. Sie haben nicht nur ihr qualifiziertes Personal gehalten, sondern mit großem Weitblick konsequent weiter ausgebildet. Mehr als 85.000 Jugendlichen im letzten Jahr eine Ausbildungschance zu eröffnen, ist eine beachtliche Leistung des Handwerks." Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand das Zukunftsthema ‚Lebenswelt Jugend – Chancen für das Handwerk’.

Der Präsident des Bayerischen Handwerkstags, Heinrich Traublinger, MdL a. D., begrüßte das deutliche Plus bei den neu abgeschlossenen Lehrverträgen im Handwerk für das laufende Jahr. Allerdings gebe es bereits heute Anzeichen für tiefgreifende Veränderungen am Arbeitsmarkt. Die Absolventenprognosen sagten für Bayern einen wahren Absturz der Schulabgängerzahlen von Haupt- bzw. Mittelschulen voraus. Dies werde dramatische Auswirkungen für die Nachwuchssituation im Handwerk haben. Traublinger: "Wenn zu wenig ausgebildet wird, fehlen morgen die Fachkräfte in unseren Betrieben und die engagierten Unternehmer, die Handwerksbetriebe übernehmen und neue gründen. Wir müssen daher junge Menschen für die Arbeit im Handwerk begeistern und ihnen Perspektiven in unserem Wirtschaftsbereich aufzeigen." Handlungsbedarf sieht Wirtschaftsminister Zeil generell beim Thema Fachkräftemangel: "Eine aktuelle Umfrage belegt, dass selbst im konjunkturschwachen Jahr 2009 rund 22 Prozent der Ausbildungsplätze in Bayern nicht besetzt werden konnten. Um dem in Zukunft drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, brauchen wir ein ordnungspolitisches Gesamtkonzept." Zeil schlug daher eine Sechs-Säulen-Strategie vor: "Wir müssen erstens den Abbau der Arbeitslosigkeit engagiert fortsetzen, zweitens Aus- und Weiterbildung forcieren und drittens die Erwerbsbeteiligung beispielsweise von Erziehenden erhöhen. Wir brauchen viertens ein ideologiefreies und intelligentes Zuwanderungssystem, das dem Bedarf der Wirtschaft besser und auch langfristig Rechnung trägt. Fünftens müssen wir in Zeiten des demographischen Wandels die Unternehmensnachfolge absichern. Und wir setzen uns sechstens dafür ein, die Innovationsfähigkeit der Betriebe angesichts älterer Belegschaften zu erhalten."

 

Pragmatische Generation

Ingo Leven, Projektleiter der TNS Infratest Sozialforschung und Co-Autor der druckfrischen Shell-Jugendstudie zeichnete ein sehr positives Bild der Jugend. "Eine pragmatische Generation behauptet sich", so Leven. Die große Mehrzahl der heutigen Jugend wolle in dieser Gesellschaft vorankommen, wolle Aufstieg statt Ausstieg und blicke zuversichtlich in die Zukunft. Das bestätigte die anschließende Podiumsdiskussion mit drei jungen Handwerkern und zwei erfolgreichen Handwerksunternehmern und Ausbildern unter der kurzweiligen Moderation von "Blickpunkt-Sport"-Moderator Markus Othmer. Marieke Jung, zweite Bundessiegerin 2009 im Modellbauerhandwerk, die für ihre Lehrstelle von Norddeutschland ins Frankenland zog, machte deutlich, dass es ihr die fundierte, breit angelegte Ausbildung ermöglicht habe, auch in einem verwandten Handwerksberuf Fuß zu fassen. Der Bronzemedaillengewinner bei der Berufsolympiade im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk 2009 in Calgary, Georg Leicht, war durch das einwöchige Berufspraktikum zu seinem Ausbildungsberuf gelangt. Er besucht die Meisterschule und strebt die Selbständigkeit an. Ebenso wie Michael Märkl, der im vergangenen Jahr Innungssieger beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks im Dachdecker-Handwerk wurde. Er ist ebenfalls dabei, den Meister zu bauen und wird einmal den elterlichen Betrieb übernehmen. Peter Scholten, Inhaber eines Malerfachbetriebs, bestätigte die Ergebnisse der Shell-Studie und betonte, die oftmals vorhandenen theoretischen Defizite seiner Azubis machten diese im Praktischen wieder wett. Rudolf Diesch, Inhaber eines auf die Restaurierung von Old- und Newtimern spezialisierten Kfz-Betriebs, legt Wert darauf, Lehrlinge aus allen Herren Ländern auszubilden. Dadurch habe er auch zahlreiche Kunden aus diesen Ländern gewonnen.



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