Konjunkturentwicklung in Bayern
Konjunkturbericht des Bayerischen Handwerks für das 1. Quartal 2012Gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland
Im ersten Quartal 2012 erholte sich die deutsche Wirtschaft zunehmend von der Konjunkturflaute im Herbst 2011. Nachdem die schwachen Exporte für die rückläufige Wirtschaftsleistung verantwortlich gewesen waren, legten die Ausfuhren zu Jahresbeginn wieder leicht zu.
Die maßgeblichen Wachstumsimpulse kamen aber von der Binnennachfrage. Der Beschäftigungszuwachs und die positiven Lohnaussichten festigten den privaten Konsum. Die anhaltend niedrigen Zinsen stützten die Investitionstätigkeit. Neben der ungelösten europäischen Schuldenkrise stellen vor allem die steigenden Preise für Energie und Mineralölprodukte ein Wachstumsrisiko dar.
Entwicklung des Bayerischen Handwerks im 1. Quartal 2012
Übersicht
Das bayerische Handwerk knüpfte mit einem erfolgreichen ersten Quartal 2012 an das Rekordjahr 2011 an. Der Geschäftsklimaindex verzeichnete zum Ende des Berichtszeitraums einen Stand von 88 Punkten und überstieg damit die vergleichbare Vorjahresmarke um einen Punkt. Für die gute Stimmung im Handwerk waren vor allem die stabile inländische Nachfrage und die hohe Betriebsauslastung verantwortlich.
Angesichts des akuten Fachkräftemangels bemühen sich die Betriebe, ihre Belegschaft zu halten. Die Zahl der Mitarbeiter[1] ging im Berichtszeitraum lediglich aus saisonalen Gründen zurück. Gegenüber dem Vorjahr haben die Betriebe ihre Mitarbeiterzahl um ein Prozent aufgestockt. Ende März waren 803.000 Personen1 im bayerischen Handwerk tätig.
Die Auftragseingänge bewegten sich weiterhin auf recht hohem Niveau, wenngleich die Dynamik etwas abgenommen hat. Diese Tendenz wurde maßgeblich von der rückläufigen Pkw-Nachfrage geprägt. Die gesamten Auftragsreserven reichten für 7,2 Wochen und übertrafen damit deutlich den vergleichbaren Vorjahresbestand (6,5 Wochen).
Obwohl Eis und Schnee die Bautätigkeit im Februar spürbar beeinträchtigten, wurde das außergewöhnlich hohe Umsatzvolumen aus dem Vorjahr leicht übertroffen. Dabei profitierten die Umsätze der Zulieferer nochmals von den sehr guten Auftragszuflüssen des vergangenen Jahres. Alles in allem dürften 16,9 Milliarden Euro1 erwirtschaftet worden sein.
Die Investitionsbereitschaft der Betriebe war in den vergangenen Monaten saisonbedingt leicht rückläufig. Die Grundtendenz blieb aber weiter aufwärts gerichtet. Die niedrigen Zinsen, die hohe Kapazitätsauslastung und die optimistischen Geschäftserwartungen ermutigten 30 Prozent der Betriebe, Investitionen durchzuführen.
Die Handwerksbetriebe blicken sehr optimistisch in die Zukunft. 90 Prozent gehen von einer wenigstens zufriedenstellenden Geschäftslage im 2. Quartal aus.
[1] ohne handwerksähnliche Gewerbe, ohne Kleinst-unternehmen
- Dokumente zum Download
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